Basiskompetenzen

 

Personale Kompetenzen:

Ein wichtiger Bereich unter den personalen Kompetenzen ist die Resilienz.

Dabei handelt es sich um Kompetenzen, welche die Kinder „widerstandsfähig = resilient“ machen. Dies hilft ihnen mit Schwierigkeiten und Veränderungen umzugehen.

Während der Kindergartenzeit werden Rücksichtnahme, Selbstbehauptung und Stressregulierung spielerisch geübt.

 

Dazu ein praktisches Beispiel:

Das Übernachten im Kindergarten ist ein Höhepunkt für die Vorschulkinder und wird sehnlichst, manchmal auch mit gemischten Gefühlen, erwartet. Mit verschiedenen Gesprächen über den Ablauf der Aktion, der Ausrüstung usw. werden die Kinder vorbereitet. Das Betrachten der Bilder des vorhergehenden Jahres erhöht noch die Vorfreude.

Für einige Kinder ist es vielleicht die erste Nacht, die sie ohne Mama oder Papa verbringen. Dazu bedarf es einfühlsamer und unterstützender Begleitung der pädagogischen Kräfte, um eventuelle Ängste oder Ungewissheit zu überwinden.

Das Bewältigen der ungewohnten Situationen fördert die positive Selbsteinschätzung. Die Kinder erfahren ihren Mut und ihre Stärke und beweisen ihr Durchhaltevermögen.

Am nächsten Morgen begrüßen die Kinder ihre Eltern ganz stolz und ihr Selbstwertgefühl wird durch die positive Resonanz seitens der Eltern und Erzieher verstärkt. Zudem bringt diese Erfahrung in der Gemeinschaft Freude und Spaß und stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl.

 

Soziale Kompetenzen:

Ein wichtiger Bereich unter den sozialen Kompetenzen ist die Partizipation.

In unserer Einrichtung ist die Kinderkonferenz zum festen Bestandteil unserer täglichen Arbeit geworden. Die Kinder lernen, dass ihre Meinung wichtig ist und sie mit ihrer Stimme etwas verändern, bzw. bewegen können.

Gefühle und Bedürfnisse sollen ausgedrückt und wahrgenommen werden können.

Der gleichberechtigte soziale Austausch ist hierbei sehr wichtig.

Die Kinderkonferenz ermöglicht, das gemeinsame Leben und Handeln im Kindergarten nach demokratischen Grundprinzipien und Regeln zu gestalten und damit Demokratie und Einflussnahme für die Kinder erfahrbar und begreifbar zu machen.

Die Abstimmung am Ende einer Kinderkonferenz erfolgt sehr anschaulich. Mit einem Abstimmungsstein darf jedes Kind seine Stimme abgeben und lernt dabei, dass die Mehrheit aller gleichberechtigen Stimmen das weitere Vorgehen bestimmt.

Wenn Kinder von früh an in wichtige Entscheidungsprozesse eingebunden werden, können sie ein Gefühl entwickeln, selbstwirksam zu sein um Kontrolle über ihr eigenes Leben zu haben.

Die Beschwerde eines Kindes ist als Unzufriedenheitsäußerung zu verstehen, die sich abhängig vom Alter, Entwicklungsstand und der Persönlichkeit in verschiedener Weise über eine verbale Äußerung als auch über Weinen, Wut, Traurigkeit, Aggressivität oder Zurückgezogenheit ausdrücken kann.

Können sich die älteren Kindergartenkinder schon gut über die Sprache mitteilen, muss die Beschwerde der Kleineren von den Erziehern sensibel aus dem Verhalten des Kindes wahrgenommen werden.

Aufgabe des Umgangs mit jeder Beschwerde ist es, die Belange ernst zu nehmen, den Beschwerden nachzugehen, diese möglichst abzustellen und Lösungen zu finden, die alle mittragen können.

Wir verstehen Beschwerden als Gelegenheit zur Entwicklung und Verbesserung unserer Arbeit in unserer Einrichtung.

Darüber hinaus bieten sie ein Lernfeld, das Recht der Kinder auf Beteiligung umzusetzen.

 

Inklusion

Die Unterschiedlichkeit aller Menschen ist Normalität. Jedes Kind kommt auf dieser Welt nur einmal vor. Es ist einmalig und hat das Bedürfnis zu lernen.

Alle Kinder haben ein Recht auf ungehinderte und unbehinderte Bildung. In unserem Menschenbild erkennen wir die Unterschiedlichkeit und Individualität jedes einzelnen Kindes an. Jedes Kind ist uns willkommen und wird mit seinen Bedürfnissen uns Stärken gesehen. Alle Kinder sind mit den gleichen Rechten ausgestattet. Wir streben eine gemeinsame Erziehung und Bildung unabhängig von Besonderheiten von Kindern an.

In unserer Kindertageseinrichtung realisieren wir Inklusion von Kulturen, Identitäten, Lebensstilen, Lebensformen, Wertungen, Umgangswesen, Herkunft und Religionen. Wir bemühen uns um einen Kernbestand von Gemeinsamkeiten. Wir sind offen für Kinder mit unterschiedlichen Entwicklungsvoraussetzungen. Dokumentationen von Beobachtungen dienen uns zur Ermittlung von pädagogischen Hilfestellungen für das Kind, um die nächste Entwicklungsstufe zu begleiten. Gemeinsames Spielen ist für Kinder, die die deutsche Sprache noch nicht beherrschen oder für Kinder aller Kulturen und sozialen Gruppierungen, das bedeutsamste Kommunikationsmittel untereinander. Dadurch gewinnt die gemeinsame Bildung besondere Bedeutung. Die Vielfalt der Beteiligten bietet uns Chancen für Lernprozesse.

Das Voneinander-Lernen bringt Bewegung innerhalb unseres sozialen Miteinanders. Im gemeinsamen Spielen und Lernen begegnen wir sozialer Vielfalt, sprachlicher Vielfalt, Altersvielfalt, unterschiedlichen Geschlechtern, vielfältigen Lernvoraussetzungen, vielfältigen körperlichen Leistungen und vielfältigen Interessen.

Das Lernen mit-, unter-und voneinander bewirkt eine Stärkung der Kinder in ihrer gesamten Entwicklung. Durch die gemeinsame Bildung, Betreuung und Erziehung erfahren die Kinder, dass jeder Mensch individuell ist. Die Kinder wachsen gemeinsam auf und empfinden ihre Vielfältigkeit, ihre eigenen Stärken und Schwächen als selbstverständlich.

Jedes Kind hat auf Grund seiner Einzigartigkeit einen besonderen Förderbedarf. Uns ist bewusst, dass die Entwicklung des Kindes neben Anlage und Umweltprägung auch durch seine individuelle Aktivität gelingt. Auf dem Entwicklungsweg brauchen Kinder in erster Linie Menschen die bereit sind, mit ihnen gemeinsam zu gehen. Durch die begleitende Unterstützung für das Kind entstehen das Selbstwertgefühl und die Zufriedenheit im Kind.

Bewegung in unseren Köpfen verändert unseren individuellen spezifischen Bildungsprozess. Unsere Bereitschaft und die Fähigkeit zu kooperieren stützt unser professionelles Handeln im Sinne der Inklusion. Unser Team begleitet die Kinder mit interdisziplinär orientierter und wertschätzender Zuwendung allen Kindern gegenüber. Eine gelungene Interaktion zwischen Kindern und Erzieher wirkt sich auf den Umgang der Kinder untereinander und miteinander aus. Wir leben vor und zeigen den Kindern, dass es normal ist, Hilfe anzunehmen oder aber auch Unterstützung zu geben. Kinder helfen sich gegenseitig. Durch entsprechende Anregungen und Angebote erweitern wir das Handlungsrepertoire des Kindes und fordern Bewältigungsstrategien heraus. Wir lenken unseren Blick auf die Ressourcen des Kindes und geben Raum für Selbstwirksamkeitserfahrungen. Wir respektieren die individuelle Form der Kommunikation des Kindes und gehen darauf ein. Wir nehmen vom Kind ausgehende Impulse wahr und reagieren entsprechend. Kinder werden ermutigt, unmöglich erscheinende Ziele mit ihren eigenen Mitteln zu erreichen. Die Kinder wachsen an ihren Herausforderungen. Das Gefühl, etwas alleine geschafft zu haben, erfüllt sie mit Stolz und gibt ihnen Selbstvertrauen, neue Ziele zu erreichen. Wir wollen Kinder stark machen für das Leben.

Wir ermutigen Kinder und zeigen ihnen ihren Erfolg auf. Entscheidungen des Kindes werden respektvoll beachtet.

Allen Kindern wird die Teilhabe am Bildungsprozess ermöglicht.

Auf der Basis der uneingeschränkten Wertschätzung und Anerkennung jedes Einzelnen arbeiten wir auf erzieherischer, gesellschaftlicher und didaktischer Ebene, um die Förderung jedes Kindes zu gestalten und ein gemeinsames Miteinander in Vielfalt zu leben. Die Haltung übertragen wir auch auf unser Team. Alle Team-Mitglieder werden mit all ihren Stärken und Schwächen sowie Meinungen und Ideen wahrgenommen und wertgeschätzt. Die Ausgestaltung der Inklusion ist ein gemeinsamer Austauschprozess.

Unsere aufgeschlossene und wertschätzende Haltung begünstigt auch eine offene und konstruktive Teamarbeit. Die Gestaltung einer barrierefreien Umgebung, die schon in den Köpfen beginnt, hat eingesetzt. Die Motivation, das Engagement und die Bereitschaft zu aktiven Zusammenarbeit aller Beteiligten, die die Umsetzung des inklusiven Gedankens in unserer

Kindertageseinrichtung anstreben, ist sehr hoch. Die Umsetzung des inklusiven Gedankens wird als enormer Gewinn für alle Beteiligten erlebt. Eine intensive positive Zusammenarbeit mit den Eltern ist uns dabei wichtig.

Wir legen Wert auf einen achtsamen Umgang miteinander, gegenseitige Hilfe, das Entwickeln von gemeinsamen Spielideen, fördern den Aufbau von Kontakten und Freundschaften untereinander, unterstützen die Kinder beim Lösen von Konflikten und bei der Übernahme von Verantwortung.

 

Lernmethodische Kompetenzen:

Lernen wie man lernt – Wir organisieren die Lernprozesse so, dass die Kinder bewusst erleben und mit anderen reflektieren, dass sie lernen was sie lernen und wie sie es gelernt haben.

Jedes Kind besitzt einen ICH-Ordner, in dem viele Entwicklungsschritte des Kindes vom Kindergarten, von den Eltern und vom Kind selbst festgehalten werden.

Für alle Kinder werden Lerngeschichten verfasst, in denen das Kind die Lernerfolge anschaulich und positiv dargestellt bekommt.

Aktuelles Wissen ist nur in einem Prozess des lebenslangen Lernens zu erwerben. Ziel ist es deshalb, den Kindern Kompetenzen des Wissenserwerbs zu vermitteln, die sie zu lebenslangem Lernen befähigen

  • kompetenter und kritischer Umgang mit Medien
  • Transfer und Anwendung von erlerntem Wissen
  • Nachdenken über das eigene Denken und Tun